Aktuelles

14. BDU Fachkonferenz Sanierung

Zum 14. Mal hatte der BDU-Fachverband Sanierungs- und Insolvenzberatung Bankenvertreter, Insolvenzverwalter, Rechtsanwälte, Venture-Capital-Geber und Unternehmensberater zur Fachkonferenz Sanierung eingeladen. Und: Rund 300 Gäste machten den Petersberg in Königswinter für einen Tag zum zentralen Treffpunkt der Restrukturierungsexperten in Deutschland. Sie verfolgten mit großem Interesse die Vorträge der sechs Referenten: Thomas Schulz und Prof. Dr. Markus W. Exler berichteten über die Krisenkommunikation nach innen und außen – u. a. anhand von Fallbeispielen aus ihrer Berufspraxis, Prof. Dr. Paul J. Groß ging ausführlich auf die rechtskonforme Fortbestehensprognose auf der Grundlage eines Sanierungskonzepts nach IDW S6 ein, Prof. Dr. Hanns Prütting zeigte Anfechtungs und Haftungsgefahren bei der Erarbeitung von Sanierungskonzepten nach IdW S6, Oliver Kehren stellte die „Spezies“ der Distressed Investoren und deren Anforderungen vor und Prof. Dr. Heribert Hirte beendete den Tag mit seinem Bericht über die aktuelle Entwicklung des Sanierungsrechts aus Sicht der Bundesregierung.

Nach seiner einleitenden Begrüßung berichtete Burkhard Jung, Vorsitzender des Fachverbandes Sanierungs- und Insolvenzberatung, über die in der Entstehung befindlichen Grundlagen ordnungs-gemäßer Restrukturierung und Sanierung (GoRS).

 

Im Vortrag „Krisenkommunikation nach innen und nach außen“ stellte zunächst Thomas Schulz von der tsc.komm sein kleines Kommunikations-Einmaleins bei Veränderungen oder Krisen vor: Man solle rechtzeitig kommunizieren, Informationen als Bringschuld verstehen, mit einer Stimme kommunizieren – Kernbotschaften „durchhalten“, von innen nach außen kommunizieren und lokale Medien nutzen, denn sie sind Mitarbeitermedien. Sein wichtigstes Credo für die Kommunikation in der Krise: Führung durch Dialog.

 

Im Anschluss ging Prof. Dr. Markus W. Exler, Quest Consulting AG, auf die Innenkommunikation anhand eines Praxisbeispiels näher ein. Einige der Lessons Learned aus dem Projekt: Mit den richtigen Mitarbeitern die Restrukturierung beginnen. Mitarbeiter in die Prozesse integrieren. Die Ausrede „Tagesgeschäft“ eliminieren. Besprechungen protokollieren: Wer macht was bis wann?

 

Anschließend ging Prof. Dr. Paul J. Groß auf die rechtskonforme Fortbestehensprognose auf der Grundlage eines Sanierungskonzepts nach IDW S6 ein. Seiner Auffassung nach ist die Fort-bestehensprognose seit der Neufassung des Überschuldungsbegriffs durch das Finanzmarkt-stabilitätsgesetz (FMStG) eine Zahlungsfähigkeitsprognose unter Nachweis des Potentials, sämtliche bestehenden Verbindlichkeiten begleichen zu können. Eine rechtskonforme Fortbestehensprognose setze damit ein rechtskonformes Sanierungskonzept voraus. In seinem Vortrag betrachtete Prof. Dr. Groß im Detail u. a. Überschuldung und den damit verbundenen Prognosezeitraum, Zahlungs-unfähigkeit, überwiegende Wahrscheinlichkeit der Fortführungsfähigkeit und die Plausibiliätskontrolle – unter Einbeziehung der einschlägigen BGH-Urteile, dem IDW S6 und Expertenmeinungen.

 

Auch Prof. Dr. Hanns Prütting, Institut für Internationales und Europäisches Insolvenzrecht der Universität Köln, thematisiert den IDW S6 – jedoch unter dem Aspekt „Möglichkeiten und Grenzen der Vermeidung von Anfechtungs- und Haftungsgefahren bei der Erarbeitung von Sanierungskonzepten nach IdW S6“. Nach einer kurzen Vorstellung der Tatbestände der Insolvenzanfechtung zeigte er die Verschärfung der Insolvenzanfechtung durch die Rechtsprechung anhand verschiedener BGH-Urteile auf. Danach konzentrierte er sich auf die Erstellung von Sanierungskonzepten im Lichte der Rechtsprechung. Seine Empfehlung, um Anfechtungs- und Haftungsgefahren zu vermeiden: Man solle einen anerkannten Standard wie den IDW S6 heranziehen. Ganz wichtig sei es darüber hinaus – vor dem Hintergrund eines Sanierungskonzeptes – alles zu dokumentieren. Aber damit habe man keine Garantie. Die Rechtsprechung dazu würde von vielen Beteiligten leider als schwankend empfunden, so Prof. Dr. Prütting.

 

Am Nachmittag stellte Oliver Kehren von Morgan Stanley den Gästen die „Spezies“ der Distressed Investoren und deren Anforderungen im Rahmen von Investitionsentscheidungen vor. Diese sind u. a. auf der Suche nach einem Nischenmarkt, günstigen Preisen und hohen Komplexitäten. Gleich vorweg: Nur 6 Prozent der gesamten Investitionssumme wird in Distressed Investments investiert. Die Nische sei damit relativ klein, aber 2014 waren es immerhin 8,3 Mrd. Dollar. Sein Ergebnis: Distressed Investoren suchen Planungssicherheit, wollen Kontrolle und ein Netz, das sie nach unten hin absichert. Deutschland ist ein interessanter Markt für sie, aber in Südeuropa gibt es mehr Assets und es geht schneller. Und: ESUG habe die ersten richtigen Weichen aus Sicht der Distressed Investoren gestellt, aber es sei noch immer wenig transparent und es gebe eine zu geringe Gläubigerkontrolle.

 

Zu guter Letzt gab Prof. Dr. Heribert Hirte, Mitglied des Bundestagsausschuss für Recht und Verbraucherschutz, Berichterstatter Insolvenzrecht der CDU/CSU-Fraktion, aktuelle Einblicke in das Sanierungsrecht aus Sicht der Politik. Zum einen berichtete er über den Gesetzesentwurf zum Konzerninsolvenzrecht, der u. a. zwei zentrale Themen berücksichtigt: einen einheitlichen Insolvenz-verwalter und einen einheitlichen Insolvenzstandort. Zum anderen berichtete er über die Anpassung des Insolvenzanfechtungsrechts. Der aktuelle Stand: Mitte März wurde der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Rechtssicherheit bei Anfechtungen nach der Insolvenzordnung und nach dem Anfechtungsgesetz an die Länder sowie die betroffenen Fachkreise und Verbände mit der Gelegenheit zur Stellungnahme versandt.

 

Die Fachkonferenz Sanierung findet seit 14 Jahren zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst zu wechselnden Themen der Restrukturierungs-, Sanierungs- und Insolvenzpraxis statt. Neben BDU-Mitgliedern sind auch Experten aus den verschiedenen Sanierungsdisziplinen willkommene Gäste.

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